20. September 2023
46. Tag: Edinburg, TX > Tampico, Tamaulipas, MEX
Von
NAch
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Unterwegs
Auf dem Bike
46. Tag: Edinburg, TX > Tampico, Tamaulipas, MEX
Der heutige Tag in 300 Zeichen
Start um 7:00 Uhr in Edinburg
Um 8:45 Uhr in Matamoros, Mexiko
Einreise & Zoll bis 10:30 Uhr
400km Nonstop-Fahrt
Um 15:30 Uhr Ortszeit in Tampico
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Edinburg, TX > Brownsville, TX
Tanken bei H-E-PIch konnte das Losfahren nicht erwarten, denn ich wollte unbedingt während der hellen Stunden des Tages in Tampico ankommen. Meine Sachen hatte ich schon vor dem Schlafengehen sorgsam gepackt. - Um 7:00 Uhr ging es dann endlich, leider ohne Frühstück, los. Die Straßen waren brechend voll.
Kurze Tankpause in Brownsville und dann zur Grenze.
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Brownsville, TX > Matamoros, Mexiko
Einreise & ZollDie US-Kontrollbeamten kannten sich mit dem Beenden der temporären Einfuhr in den USA nicht so wirklich aus, aber ich bekam meinen Stempel für die Ausfuhr. - Das ging ja flott.
Dann überquert man den Rio Grande ohne es zu merken und trifft auf eine Gruppe mexikanischen Militärs. Denen zeigte ich mein auf spanisch vorbereitetes Anschreiben zur Verzollung der Honda. Die schickten mich weiter zur „neuen Brücke“.
Da war aber keine neue Brücke! Nach wenigen hundert Metern war ich im morgendlichem Stadtgewusel mitten in Matamoros. - Hm, einfach weiterfahren? Nee, geht nicht, denn dann bin ich illegal eingereist!
Jetzt finde mal bei diesen 4-spurigen (in einer Richtung!) Straßen mit kaum sichtbarer Linienmarkierungen, Hitze & Lärm eine Möglichkeit zum Wenden. Der Verkehr zur Gegenseite ist fast vollständig mit Betonsegmenten versperrt. - Es dauerte eine Weile und ich war wieder im Grenzbereich. Diesmal in verkehrter Richtung!
Ich schnappte mir den erst besten Uniformierten, welcher nach Statur und Schulterstückenbesatz auch was zu sagen haben schien. Dem war mein ratloses Handeln schon aufgefallen. Er zeigte mir geduldig die Büros wo ich hin musste und den Weg zum Wenden innerhalb der Grenzanlagen.
Der Beamte für die Personalkontrolle war von meinen Spanisch-Kenntnissen dermaßen begeistert, dass er das notwendige Formular gleich selbst ausfüllte. - Am nächsten Schalter, wo es um die Einfuhr der Honda ging, verständigten wir uns mit Englisch und Google-Translater. - Letztendlich musste ich ca. 400 USD Kaution bezahlen. Die bekomme ich dann beim Grenz übertritt nach Guatemala wieder retour. - Für die Passangelegenheiten waren auch noch einmal 687 mex. Pesos (MXN) fällig.
Die Militärs staunten nicht schlecht, als ich um 10:30 Uhr noch einmal bei Ihnen vorbei fuhr.
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Matamoros, MEX > Tampico, MEX
Tankpause bei AldanaJetzt war ich offiziell in Mexiko eingereist! - Was waren meine ersten Gedanken? Raus aus dieser Stadt und ganz viel Gummi geben, um aus dem grenznahen Drogen- und Meschenschmuggel-Mohrloch herauszukommen!
An vielen Stellen neben der Straße sind Verkaufsstände für Obst, Korbwaren, Keramik, weiteren Krimskram jeglicher Art und Essen! Es roch wirklich gut, aber es stinkt auch überall nach Holzfeuern!
Endlich der Stadt entkommen und auf der richtigen MEX-101 nach Süden unterwegs lernte ich schnell die Regeln der Landstraße: Der schmale rechte Streifen ist nicht für Pannen, sondern zu Hälfte fahren die Fahrzeuge darauf um auch dem schnelleren Verkehr das Überholen zu erleichtern. Es gibt Geschwindigkeitsbegrenzungen 40; 60; 80 und 100 km/h. Das sind aber nur Schilder! Man fährt, wenn keine Kontrolle in Sicht ist, eigentlich immer mindestens 100 km/h schnell. In Dörfern hilft es einwenig abzubremsen, so auf 80 km/h.
In den Stüdten sind viele Buckelwellen zur Verkehrsberuhigung. Die sollte man nie unterschätzen, denn die Hühen sind sehr variabel.
Ich hatte echt bedenken, dass hinter der nächsten Kurve oder Kuppe der lange Arm des Kartells auf mich warten würde, aber es passierte nichts!
Während der ersten fast 200 km auf der MEX-101 wurde ich des öfteren von kleinen PKW-Kolonnen (Max. 3 Fahrzeuge) überholt. Die waren richtig schnell unterwegs. Mir fiel auf, dass keines der Fahrzeuge KFZ-Kennzeichen hatte. - Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! - Einmal kam mir ein schwer bewaffneter Konvoi einer Spezialeinheit entgegen. Die Männer auf den gepanzerten Fahrzeugen waren vermummt, trugen einen Stahlhelm und hatten ihr Maschinengewehr schussbereit im Anschlag. - Was die wohl vorhatten?
So fuhr ich tütsächlich 400 Kilometer ohne anzuhalten. - Nicht nur ich hatte bei 38-40°C Durst, sondern JJ auch. - Ich empfand es nicht als unangenehm, dass die Tankstelle an der MEX-180 nur wenige Hundert Meter von einem Militärstützpunkt entfernt war.
Die letzten 86 km auf der MEX-80 nach Tampico waren ganz normal wie in Texas auch.
Der Stadtverkehr in Tampico ist wir in Matamoros, aber geordneter. Hier ist es auch nicht so schmuddelig. Jedenfalls war ich dort nicht.
Das Hotel ist ein Traum: **** Sterne zum Preis von nicht einmal *** Sternen. - Ich konnte an der Rezeption mit meinem Englisch glünzen, denn die beiden jungen Mädels verstanden nichts.
Fazit: Jetzt muss man aber auch mal ganz nüchtern feststellen, dass die Region Tamaulipas offensichtlich eh schon recht ärmlich dran ist. Wenn man dann noch bedenkt, dass hier viele viele illegale Menschen aus den anderen mittelamerikanischen Staaten leben und sich das alles im grenznahen Gebieten zu den USA extrem verdichtet, dann sind Konflikte jeglicher Art und Härte vorprogrammiert. - Ich freue mich nun auf den schönen Teil von Mexiko!